Arzt und medizinische Versorgung

Die Sprachbarriere bei Arztbesuchen lässt sich vielleicht mit dem Bildwörterbuch der Apotheken-Umschau etwas reduzieren. Ansonsten helfen wir bei Bedarf auch bei der Vermittlung von Dolmetschern. Bitte wenden Sie sich dazu an unser Büro. Möglicherweise helfen auch die mehrsprachigen Erklärvideos des Münchner Flüchtlingsrates:

http://muenchner-fluechtlingsrat.de/bedienungsanleitung-deutschland-erklaervideos-fuer-fluechtlinge/.

Empfehlenswert ist auch der mehrsprachige Online-Rategeber des Bundesgesundheits-ministeriums: HIER.

 

Der Zugang zu medizinischer Versorgung ist abhängig vom rechtlichen Status eines geflüchteten Menschen. Nachdem der Asylantrag gestellt wurde, erhalten Flüchtlinge eine Aufenthaltserlaubnis für die Dauer des Asylverfahrens. Für diesen Personenkreis regelt grundsätzlich § 4 des Asylbewerberleistungsgesetzes (AsylbLG) die medizinische Versorgung:

  • Medizinische Versorgung, (zahn-)ärztliche Hilfe und sonstige erforderliche Leistungen müssen bei allen akuten oder akut behandlungsbedürftigen Erkrankungen und bei allen mit Schmerzen verbundenen Erkrankungen gewährt werden.
  • Eine Versorgung mit Zahnersatz erfolgt nur, wenn dies unmittelbar notwendig ist.
  • Bei Schwangerschaft und Geburt erhalten Frauen alle, auch für Deutsche üblichen, medizinischen Leistungen bei Arzt und Krankenhaus, sämtliche Vorsorgeuntersuchungen für Mutter und Kind, Hebammenhilfe, Medikamente und Heilmittel.
  • „Sonstige“ medizinische Leistungen müssen gewährt werden, wenn dies “zur Sicherung der Gesundheit unerlässlich” ist (vgl. § 6 AsylbLG).

 

Die Kosten der Behandlung werden allein über das Sozialamt finanziert, eine Mitgliedschaft in einer Krankenkasse ist zunächst nicht vorgesehen. Konkret heißt es, dass die geflüchteten Menschen in Lehrte im Bedarfsfall pro Quartal einen Krankenschein beim Sozialamt erhalten, den die Artzpraxis dann mit der Abrechnungsstelle der Region Hannover abrechnet. Notfallbehandlungen werden im Krankenhaus grundsätzlich wie bei jedem anderen Patienten durchgeführt. Es gibt keine besonderen Regelungen. Wenn es sich jedoch um keinen Notfall handelt, ist eine Überweisung ins Krankenhaus durch den behandelnden Arzt erforderlich. Auf der Überweisung wird vom Sozialamt nach Prüfung vermerkt, ob die Kosten übernommen werden. Da der Krankenschein vom Sozialamt in der Regel nur einmal im Quartal ausgestellt wird, empfiehlt sich zunächst der Erstbesuch bei einem allgemeinen (Haus-)Arzt, der dann ggfs. zu einem Facharzt überweist. Die Überweisung zu einem Facharzt muss ebenfalls zunächst durch das Sozialamt geprüft werden. Grundsätzlich gilt jedoch wie für jeden Patienten die freie Arztwahl.

 

Wenn Flüchtlinge medizinische Leistungen erhalten, darf von ihnen kein Geld für Zuzahlungen (zum Beispiel “Zuzahlung” für ein Medikament) verlangt werden. Dazu muss der Arzt, der ein Rezept ausstellt, dass entsprechende Kästchen auf dem Rezept ankreuzen. Weisen Sie die Arztpraxis, die Apotheke oder das Krankenhaus darauf hin, dass das Sozialamt alle Kosten zu 100% übernimmt. Kosten für die Behandlung chronischer Erkrankungen oder Erkrankungen, deren Behandlung „aufschiebbar“ ist, müssen gesondert nach § 6 AsylbLG beim Sozialamt beantragt werden. Der Prozess ist langwierig, da verschiedene Behörden und Gutachter eingeschaltet werden müssen.

Weitere Informationen erhalten Sie von den Ansprechpartnern bei der Stadt Lehrte im Sozialamt zu den üblichen Öffnungszeiten (montags und donnerstags von 8.00 bis 12.00 Uhr und 14.00 bis 16.00 Uhr):

  • Buchstabe A-J: Herr Wippich, Zimmer 9, Gartenstr. 5  Telefon 05132-505 124  E-Mail:
  • Buchstabe K-Z: Herr Pannier, Zimmer 15, Gartenstr. 5  Telefon 05132-505 275  E-Mail:

 

Im Online-Leitfaden des Niedersächsischen Flüchtlingsrates wird, in Abhängigkeit vom Status, detailliert dargestellt, wie die medizinische Versorgung geregelt ist. Näheres unter http://www.nds-fluerat.org/leitfaden/. Die Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN) hat darauf hingewiesen, dass in der gemeinsamen Arztauskunft der Ärztekammer Niedersachsen und der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) Angaben über Ärztinnen und Ärzte verfügbar sind, die über spezifische Fremdsprachenkenntnisse verfügen. Insgesamt 48 Sprachen - von Afrikaans bis Vietnamesisch - würden in einem Teil der niedersächsischen Praxen gesprochen und verstanden. Nach Angaben der KVN soll der Service den Migranten die Orientierung im niedersächsischen Gesundheitswesen erleichtern. Viele Migranten würden wegen sprachlicher Barrieren im Krankheitsfall einen Arztbesuch meiden. Die Arztauskunft Niedersachsen ist im Internet zu finden.

 

Die Arztauskunft Niedersachsen bietet vielfältige Suchmöglichkeiten. Nutzer können neben den Fremdsprachen verschiedene Kriterien wie Name, Ort, Fachgebiet oder Sprechstundenzeiten angeben, um den gesuchten Arzt oder psychologischen Psychotherapeuten zu finden. Falls Sie Hilfe bei der Beschaffung von Brillen für Kinder benötigen, melden Sie sich am Besten telefonisch bei uns im Büro. Hinweise zu Impfungen geben Isabella und Abir auf deutsch und arabisch in folgendem VIDEO. Weitere sachdienliche Hinweise oder Erfahrungsberichte nehmen wir gerne per E-Mail an entgegen.

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